Startup-Tagebuch

Selbst zu gründen… etwas, was wir uns, glaube ich, alle drei nie so richtig zu träumen gewagt haben. Kurz nachdem ich mit der Uni fertig war und mehr oder weniger bereit für’s Berufsleben, dachte ich immer: “Nein, selbstständig… das möchte ich nie sein.” Heute sieht das nach 5 Jahren Berufserfahrung schon anders aus. Die Arbeitgeber wechselten, aber was blieb, war die Leidenschaft für den Beruf an sich. Als Grafikerin habe ich damals in einem mittelständischen Betrieb angefangen und konnte dort schon viele Bereiche des digitalen Marketings kennenlernen. Bis zu meiner letzten Stelle als Digital-Projektmanagerin wurde das Themengebiet, das ich betreute, immer größer. Die Aufgaben waren immer spannend. Digitale Marketing Strategien für den Kunden zu entwickeln und gemeinsam mit dem Team umzusetzen, war genau das, was ich machen wollte. 

Was ich allerdings immer deutlicher merkte, war, dass die Rahmenbedingungen einer Festanstellung mir im Grunde nicht gefielen. Mich irgendwann doch selbstständig zu machen wurde zu einem immer mehr greifbaren Gedanken, allerdings konnte ich mir nicht wirklich vorstellen, diesen Weg ganz alleine zu gehen. Was man in all den guten Büchern zum Thema Persönlichkeitsentwicklung und Gründung liest, ist, dass man vor allem ein Team braucht, auf das man sich wirklich verlassen kann.

Das Team war erstaunlich schnell gefunden. Ich war nicht die einzige, die damals die alte Agentur verließ. Janett und ich hatten vorher schon überlegt, wie wir nebenbei ein paar Cent verdienen könnten. Klar war auch, dass wir, wenn wir uns auf digitales Marketing fokussieren wollen, ab einem gewissen Punkt auch verdammt gute Texte brauchen. Nun, eine passionierte Texterin kannten wir ja bereits. Und als wir damals an Roxys Geburtstags auf ihrem Balkon saßen und Ideen für die Selbstständigkeit sammelten, sagte sie direkt “Ja klar mach ich mit. Was gibt’s tun?!”. Wir wussten von Anfang an, dass es eine sehr anstrengende Zeit werden würde. Es war direkt beschlossene Sache, dass wir aus der Festanstellung heraus Gründen würden. Das Bedürfnis nach finanzieller Sicherheit und danach, kein zu großes Risiko einzugehen, war etwas, das wir alle teilten. Ich wusste, dass ich die perfekten Mitgründerinnen gefunden hatte, als sich nach und nach herausstellte, dass hier drei Powerfrauen zusammengekommen waren, die sich in ihren Stärken perfekt ergänzen.

Das Team einer Digital Agentur

Das Team war gefunden und der Name war eigentlich schon ein bisschen früher dagewesen. Eines Abends beim Zocken, sponn ich mit Janett ein wenig herum und schnell war der Wunschtraum der Design Gilde entstanden. Am Anfang war es eher wie ein kleiner Witz, doch nach und nach merkten wir, dass der Name der richtige war. Zugegeben… Er ist leicht nerdig, aber hat dennoch etwas Handwerkliches, was zu unserer Macher-Mentalität passt. Inzwischen bin ich mir sicher, dass wir den Namen nochmal optimieren werden, allerdings wird es bei einer “Gilde” bleiben. Dadurch, dass wir alle drei aus dem Marketing kommen, hatten wir weniger Probleme als andere Startups, zu überlegen, was wir zum Gründen benötigen und auf was wir uns fokussieren müssen.

Die ersten Kunden

Witzig war, dass wir durch Mundpropaganda und durch Freunde, die jemanden kennen, der wiederum jemanden kennt, schon unseren ersten Auftrag hatten, bevor überhaupt unsere eigene Webseite fertig und online war. Uns kam das mehr als gelegen. Unser ursprüngliches Ziel war nämlich, ohne großen eigenen Invest unsere Infrastruktur aufzubauen und nur durch die Aufträge, die wir generieren, zu finanzieren. Ich eröffnete für uns drei ein neutrales Bankkonto mit Absicht bei einer Bank, die nicht die Gleiche war, wo auch mein privates Konto liegt, um so einen besseren Überblick über unsere zukünftigen Finanzen zu haben. Wir schmissen alle 111 Euro auf besagtes Konto für unsere ersten Ausgaben im Juni. Die Zahl sieht ganz cool aus und kam durch mehrere kleine Rechnungen zusammen, die wir bezahlen mussten. Schon von Anfang an dachte ich damals, wenn die Gilde irgendwann mal richtig rockt und wir gefragt werden, wie viel wir zu Beginn investiert haben, hört sich “333 Euro” doch schon gut an. Von dem ersten Geld auf dem Konto konnten wir unsere Visitenkarten drucken und unseren Server bei Mittwald mieten, damit wir unsere eigene Webseite und die unserer schon vorhandenen Kunden hosten konnten. Sehr schnell konnten wir uns unseren “Eigeninvest” schon zurück auszahlen. So waren wir alle bei null Euro Belastung und unser Gilden-Konto war immer noch weit im Plus. Wieso wir uns das direkt wieder ausgezahlt haben und nicht als “Sicherheit” auf dem Konto gelassen haben? Auch wenn es nur 100 Euro im Monat sind, es geht ums Erfolgsgefühl und darum, dass wir direkt auf allen Ebenen sehen, dass sich etwas tut und es sich lohnt. Wir setzen uns von Anfang an Ziele, auf die wir hinarbeiten, und zwar nicht nur finanzielle. Wir legten fest, mindestens eine Networking Veranstaltung im Monat zu besuchen. Einmal die Woche veranstalten wir einen Videocall über Hangouts, um unsere To-Do Listen durchzugehen und uns Updates über unsere private Situation zu geben. Da wir aktuell alle noch in unterschiedlichen Firmen arbeiten, ist dies der beste Weg, um das Teamgefühl zu stärken und sicherzustellen, dass wir gemeinsam an dem gleichen Strang ziehen.

Neue Ziele

Ich möchte mit der Gilde nun all das umsetzen, was ich vorher alleine nicht konnte und was mir in meinen vorherigen Firmen immer zu lange gedauert hat. Wenn mir eine neue Idee kommt, möchte ich sie direkt ausprobieren, um zu sehen, wie sie sich auf unsere Online-Präsenz und unsere Bekanntheit auswirkt. Eine von diesen ist dieses Startup Tagebuch. Ich schrieb sie in unsere WhatsApp Gruppe, Roxy und Janett waren direkt begeistert, also ging es für mich sofort an die Tastatur und es wurde losgetippt. Wir wollen die Leser dieses Blogs mitnehmen und ihnen zeigen, wie wir unsere eigene kleine Digital Agentur aufbauen. Geht mit auf die Reise, zieht Schlüsse aus unseren Learnings und feiert mit uns unsere Erfolge. Schön, dass ihr hier seid.   Liebe Grüße, Sabrina

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